Sorry, aber ich verstehe diese ganze Diskussion um diese Frau Steinbach einfach nicht.
Sie ist doch Vorsitzende im Bund der Vertriebenen. Jetzt will sie einen Sitz im Stiftungsrat der Stiftung „Flucht, Vertreibung und Versöhnung“. Was will diese Organisation eigentlich den noch?
Dazu fallen mir schon ein paar Fragen ein, wäre nett, wenn mich jemand in dieser Richtung aufklären könnte.
1. Warum ist diese Organisation heute noch politisch so wichtig? (Man bedenke, dass das der Krieg mittlerweile über 60 Jahr her ist und die eigentlichen Opfer von Flucht und Vertreibung zum Großteil nicht mehr leben.? Der Blick zurück mag ja ganz gut sein, aber irgenwann iss es gut, oder?
2. Warum wird dieser Person eine so große Bedeutung beigemessen?
3. Warum überläßt man Polen einen Einfluß darauf, wer hierzulande in irgendeiner Organisation sitzt? Warum kriecht ausgerechnet unser neuer Außenminister deshalb zu Kreuze?
4. Könnte man nicht einen klaren politischen Schnitt mit der ganzen Organisation machen und diese kaltstellen? (Ich bin jetzt zwar boshaft, aber dieses ewiggestrige Gegreine um Dinge, die nachträglich nicht mehr zu ändern sind, kotzt mich an.)
5. Könnte man sich vielleicht auch mal bewußt machen, dass es auch deutsche Naziopfer gegeben hat. In dieser Richtung kommt ja kaum etwas.
6. Sind Vertriebene denn immer noch nicht genügend entschädigt worden? Oder stellt diese Forderung nach Entschädigung eher einen politischen Sprengstoff gegenüber Polen dar?
Mir ist diese ganze Debatte sehr unklar. Vor allem frage ich mich, ob man nicht endlich einen Schlußstrich ziehen kann. Gegenseitige jahrzehntealte Forderungen für erlittenes Unrecht belasten doch nur die Beziehungen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass auch nur ein Vertriebener z. B. aus Polen, wieder in seine angestammte Heimat ziehen möchte, die er als Kleinkind verlassen musste. Geht es hier nicht eher um einen Reibach, den man schnell noch mitnehmen will?
Ich weiß, meine Fragen sind böse, aber manchmal muss man solche stellen, damit man Antworten erhält.
Ich jedenfalls bin für einen klaren Schlußstrich. Die Grenzen sind so wie sie sind, es ist nix mehr einklagbar und das Gejammere muss ein Ende haben. Damit wäre gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit allen am besten gedient.
Wenn ich mir so überlege, wieviel Geld in Deutschland nur damit verplempert wird, an die Vergangenheit zu erinnern, dann frage ich mich schon, ob man dies nicht auch kostengünstiger gestalten könnte. Das dritte Reich muss nach wie vor im Geschichtsunterricht eine wichtige Rolle spielen, darüberhinaus jedoch sollte man endlich etwas zurückschrauben.
Dieses gesparte Geld könnte man trotz Erinnerung an die Vergangenheit auch in die Bildung stecken. Wir brauchen keine neuen Mea culpa-Hallen, keine weiteren Erinnerungsstätten und keine ewitgestrigen Stiftungen, die sich nur mit der Vergangenheit beschäftigen.
Gescheiter wäre es heute, Migrantenkinder ordentlich in unser Schulsystem zu integrieren und ihnen einen vernünftigen Start ins Leben zu ermöglichen. Das wäre meiner Meinung nach der beste Weg, die Vergangenheit zu bewältigen. Nämlich mit einer Erziehung hin zu Toleranz und Integration, mit guter, kostenloser Schulbildung und für das Schaffen von gleichen Chancen für alle.
Damit hätte man wirklich etwas für die Zukunft getan.