Dresden

Viele haben in Dresden heute demonstriert. Viele auf „beiden Seiten“.

Ich fühle mich irgendwie ratlos.

Da werden auf der einen Seite die Opferzahlen heruntergerechnet, auf der anderen Seite hochgerechnet.

Warum hört man nicht im Ganzen mit dieser blöden Rechnerei auf und verneigt sich vor allen Opfern.

Die Menschen in Dresden sind genauso tot, wie die Menschen in Auschwitz.

Wer kann diese Tode gewichten? Wer kann ihnen eine höhere oder geringere Wertigkeit geben?

Ich denke, niemand!

Sie alle sind Opfer. Opfer von Machtdemonstrationen und einem unbedingten Siegeswillen, der über Leichen ging.

Erst wenn man mit diesem Aufrechnen und Gewichten aufhört, kann Versöhnung und ein vernünftiger Umgang mit der Geschichte stattfinden. Erst dann kann man Hass begraben, Vergebung erlangen und selbst verzeihen.

Es ist nicht Recht, wenn man verneint, dass Überlebende auf den Elbwiesen zusammengeschossen wurden durch Jagdflieger, es ist aber genauso nicht Recht, wenn man die Leiden der Holocaustopfer negiert. Und es ist nicht Recht, über Zahlen zu streiten.

Keiner wird jemals die genauen Zahlen kennen.

Wir wissen nur, dass es Opfer gegeben hat vor denen wir uns verneigen sollten, vor jedem einzelen Opfer! Und das auf allen Seiten.

Erst dann ist Frieden, wirklicher Frieden.

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1 Kommentar

  1. Holzmichel said,

    Februar 15, 2009 um 10:27 am

    Bravo, sehr gut erkannt und auch geschaltet.
    Schönen Sonntag
    Richard


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