Pandemiepläne

Na toll!

Gerade habe ich mir den kompletten Pandemieplan für Deutschland durchgelesen.

Da kommt man jetzt plötzlich drauf, dass das Pflegepersonal im Ernstfall überfordert sein könnte.

Klasse, seit Jahren hat man Pflegekräfte abgebaut, wo es nur ging und jetzt sollen laut Pandemieplan, die paar Übriggebliebenen vielleicht die gesamte Versorgung in den Kliniken aufrechterhalten.

Hab soooo einen Hals!

Obwohl ich nicht an diese dämliche Schweinegrippe glaube, empfinde ich diesen Pandemieplan und die Hochstufung auf Grad 6 als eine absolute Ohrfeige für jede Pflegekraft.

Plötzlich kämen wir als medizinisches Personal zuerst an Impfstoffe und Medikamente. Plötzlich wären wir wichtig und man müsste darauf achten, dass wir  auch ja gesund bleiben.

Hey, wißt ihr was? Macht euren Scheißdreck doch alleine!

Für all das berufliche Engagement in der Vergangenheit hat man uns, wo es ging, auch  noch die Löhne gekürzt, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld weggenommen und auch die Nachtdienst- und Feiertagszulagen von politischer Seite her zur Disposition gestellt.

Und jetzt kommt die große Gesundheitsbehörde daher und will was von uns?

Ich denke gar nicht daran, mich für die paar Kröten, die ich kriege, irgendeinem zusätzlichen Risiko auszusetzen.

Ich werde mich weder impfen, noch sonst prophylaktisch behandeln lassen und wenns drauf ankommt, bleib ich einfach daheim und bin krank, basta.  Bin doch kein Versuchskaninchen, an dem man mit einem im Schnellverfahren zusammengebrauten „Impfstoff“ oder mit irgendwelchen ominösen Medikamenten, deren Nebenwirkungen kaum überschaubar sind, herumtestet.

Sollen sie doch schauen, wie sie zurecht kommen.

Ulla Schmidt hat sich jahrelang in keinster Weise für uns engagiert und jetzt hat sie auch keine Ansprüche an uns zu stellen.

Jahrelang ließ man uns bis zum Umfallen schuften, schaute man zu, wie ältere Kollegen körperlich fertig in die EU-Rente gingen, bzw. mit großen finanziellen Einbußen aufhören mussten. In kaum einem anderen Beruf ist die Verweildauer im Job so kurz wie in der Pflege.

Während der popeligste Bankenfuzzi ein vierzehntes Monatsgehalt einschob, kürzte man vielen von uns das Gehalt, gab Tariferhöhungen nur ungern weiter und wollte sogar an unsere sauer verdienten Nachtzuschläge. Was war das für ein Kampf, um der Vierzigstunden-Woche zu entgehen. Wie viele Überstunden wurden in der Pflege geleistet, weil das Personal immer knapper wurde?

Und jetzt wären wir auf einmal so essentiel für die Aufrechterhaltung der Versorgung?

Ihr könnt uns mal!

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